Interne Kommunikation – Warum Ihr Flurfunk besser informiert ist als Sie


Kommentare wie „Bringt nix / Gedöns/ Wir haben keine Zeit für so etwas, schließlich sind wir ein Unternehmen und keine Lehrerkonferenz“ werden zwar seltener aber in so manchen Köpfen halten sie sich hartnäckig: Vorbehalte, Vorurteile und Fehleinschätzungen gegenüber einer Kommunikationsdisziplin, die gnadenlos unterbewertet wird: Interne Kommunikation. Dabei ist sie älter als vieles in der externen Kommunikation. Wer hätte gedacht, dass es schon 1919 bei Bosch eine Mitarbeiterzeitung mit dem Namen „Zünder“ gab. Keine 98 Jahre später gibt es die immer noch. Der Name ist geblieben, das inhaltliche Konzept sicherlich nicht. Aber wenn ein Unternehmen wie Bosch seit fast 100 Jahren daran festhält, kann das ja nur bedeuten: da ist was dran an der Internen Kommunikation.

Wir meinen, da ist viel dran und die Bedeutung von Interner Kommunikation zur Wertschöpfung im Unternehmen wird in den nächsten Jahren zunehmen.
Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Stellschrauben optimiert: Prozesse, Kosten, Vertriebswege. Eine der letzten Stellschrauben, die noch bleibt, ist die Optimierung des Mitarbeitereinsatzes. Und zwar nicht im „klassischen“ Verständnis, durch Rationalisierung, Digitalisierung und Erhöhung der Schlagzahl.
Sondern durch Verbesserung der Zusammenarbeit (abteilungsübergreifend / interkulturell), durch eine höhere Veränderungsbereitschaft (vielleicht der Schlüsselfaktor in Zeiten von „New Work“ und Arbeit 4.0) und durch eine Innovationskultur jenseits von betrieblichem Vorschlagswesen. Um nur die wichtigsten zu nennen.

Was kann denn nun Interne Kommunikation (IK) dazu beitragen – und was nicht?

1. Interne Kommunikation minimiert Reibungsverluste und trägt dazu bei, dass Prozesse bestmöglich laufen. Durch Information, Austausch, Verständnis von Hintergründen und Zusammenhängen, Verständnis für andere Kulturen, Abteilungen, Kollegen etc.

2. Interne Kommunikation trägt dazu bei, dass Mitarbeiter wissen, „wohin die Reise geht“, welche Ziele das Unternehmen verfolgt, wie sich Märkte, Kunden, Geschäftsbereiche entwickeln. Sie haben eine Vision? (nein, jetzt bitte nicht an das Bonmot von Helmut Schmidt denken). Die steht im Intranet? Prima. Was bedeutet das für Ihre Mitarbeiter? Wie kann jeder einzelne dazu beitragen, diesen Zustand in der Zukunft zu erreichen? Fragen auf die Interne Kommunikation Antworten geben kann.

3.Interne Kommunikation trägt dazu bei, Mitarbeiter zu binden. Wie das? Studien zeigen, dass Mitarbeiter, die sich einem Unternehmen verbunden fühlen, sich nicht nur in besonderem Maße mit ihrer Aufgabe identifizieren. Sie haben auch eine hohe Übereinstimmung mit den Werten und der Kultur des Unternehmens und fühlen sich meist einem Team oder eine Gruppe im Unternehmen besonders verbunden. Kultur prägen, Werte verankern und eine Stärkung des „Wir-Gefühls“ sind Schlüsselaufgaben in der Internen Kommunikation.

4. Interne Kommunikation trägt dazu bei, eine Innovationskultur zu fördern, in der neue Ideen nicht nur aus der F&E kommen, sondern aus Erfahrungen im Markt, aus Gesprächen mit Kunden und aus dem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

Last but not least: Mit IK lässt sich „Flurfunk“ nicht vermeiden. Aber wenn es IK gelingt, Flurfunk auf die Hälfte zu reduzieren, und die andere Hälfte in nützliche Bahnen zu kanalisieren, dann stellt sich die Frage nach dem Return on Investment von IK wohl kaum noch.

Was kann IK nicht? Auch mit der besten IK, lassen sich Konflikte nicht vermeiden und lassen sich strategische Fehler der Unternehmensführung nicht „schönreden“. Auch die beste IK entbindet Führungskräfte nicht von der Pflicht zu persönlicher Kommunikation mit Mitarbeitern. Aber auch das ist ja IK, wenn es strategisch geplant und als Führungsinstrument genutzt wird.


„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“ – 3 Schritte zum Erfolg.

Interne KommunikationWie geht man es nun an mit der Internen Kommunikation? Der Prozess folgt den Regeln der klassischen Projektplanung.

  1. Analyse: Welche Bezugsgruppen (so nennt man die Zielgruppen in der IK) gibt es im Unternehmen?:

Je nach Unternehmen kann das weit über die klassische Einteilung „Führungskräfte / Blue Collar / White Collar“ hinausgehen.

    • Wie ist deren Bedeutung für die IK und wie sind deren Erwartungen und Bedarfe?
    • Was sind Stärken und Schwächen der bisherigen Kommunikation?

Und wenn es um Kulturthemen / Kulturveränderung geht ist eine SWOT Analyse bezogen auf Potenziale und Probleme im Unternehmen unerlässlich.Instrumenteninventur: Welche Kommunikationsinstrumente stehen zur Verfügung? Dass im Vorfeld Ziele und messbare Kennzahlen (KPIs) geklärt wurden, versteht sich von selbst.

  1. Konzeption: Hier wird der Fahrplan festgelegt. Welche spezifischen Ziele gibt es für die einzelnen Bezugsgruppen (Wahrnehmungs-/ Einstellungs- und Verhaltensziele)? Welche Botschaften und Themen werden mit welchen Instrumenten in welcher zeitlichen Taktung kommuniziert?
  2. Umsetzung: Wenn Kapazitäten und finanziellen Ressourcen schon vorher geklärt wurden, sagen Sie am Ende der Umsetzungsphase hoffentlich so wie Hannibal vom A-Team: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“.

Dass die abschließende Evaluation zu einer permanenten Weiterentwicklung und Optimierung von Inhalten und Instrumenteneinsatz führt sei hier noch der Vollständigkeit halber erwähnt.

Aus der Praxis: FRIMOment mal.

Für unseren Kunden FRIMO (ein Systemanbieter für Werkzeug- und Anlagentechnik im Bereich der Fertigung von Kunststoffkomponenten, Schwerpunkt Automobilindustrie) hat IK mittlerweile eine Schlüsselfunktion bei der Verfolgung von Unternehmenszielen und bei der Verankerung von Markenwerten.

IK trägt bei FRIMO dazu bei, dass die Mitarbeiter über die formulierte Markenidentität nicht nur informiert sind, sondern durch Hintergrundinformationen, gute Beispiele von markenadäquatem Verhalten und Beteiligung der Niederlassungen weltweit eine Konkretisierung dessen erleben, was „Volles Engagement“ (der Markenkern von FRIMO) bedeutet.

Ein zentrales Instrument ist dabei das Mitarbeitermagazin FRIMOments.

Die Erstausgabe in 2016 hat als Schwerpunktthema die Markenidentität nicht nur beschreiben, sondern auch deutlich gemacht, warum (eine der meistgestellten Fragen in der IK) sich FRIMO mit diesem Thema beschäftigt.

Durch die ausführliche und mit persönlichen Beispielen angereicherte Darstellung von Marke haben wir schnell eine gewisse Akzeptanz für dieses Thema bekommen.  (Martina Schierholt, Marketingleiterin bei FRIMO)

Noch vor Erscheinen der Erstausgabe wurden in Workshops an den vier Standorten in Deutschland Führungskräfte nicht nur vorinformiert, sondern auch praxisnah angeleitet, Markenwerte im Arbeitsalltag als „Leitplanke“ für Entscheidungen, Feedbacks, Zusammenarbeit etc. zu machen.

Weitere Maßnahmen in der IK sind geplant, um diesen Prozess der internen Markenverankerung weiter voranzubringen.

Auch wenn wir kleine Schritte gehen – Interne Kommunikation soll bei uns einen zunehmenden Beitrag zur Verbreitung von Informationen, zur Verbesserung von Austausch und Zusammenarbeit und damit zur internen Markenverankerung leisten. (Martina Schierholt, Marketingleiterin bei FRIMO)

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: auch in der Internen Kommunikation gibt es nicht Gutes, außer man tut es – und überlässt es nicht dem Flurfunk. Fangen Sie an: klein, national, mit wenigen Instrumenten, auch ohne langjährige Erfahrungswerte – aber fangen Sie an.

Sie möchten mehr darüber erfahren? Wir diskutieren Ihre persönlichen Herausforderungen der Internen Kommunikation gerne in einem unverbindlichen Termin. Lernen Sie uns kennen und melden Sie sich bei:

 

 

 

 

 


Christoph Sauerland

Etat-Direktion
+49 2572 9363 37
c.sauerland@husare.de

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